Gedichte begleiten Erika Mitterer von den frühen Anfängen bis ins hohe Alter.
Sie erzählen von persönlichen Erfahrungen, von Glauben und Vertrauen, von Zweifel und Mut - und von einer Liebe zur Welt und zur
Natur, aus der Ruhe und Zuversicht wachsen.
Ich piepse nur, bin scheu und unscheinbar.
Doch eines Morgens trägt der schönste Aar
mich weit hinauf im funkelnden Gefieder –
da fass ich Mut und flattere ein wenig:
Über dem großen jauchzt der kleine König!
Und alle Himmel hören meine Lieder …
Werd ich niemals meine Hütte finden,
grünem Alpentale eingemuldet,
niemals einen Menschen an mich binden,
den ich liebe, der es gerne duldet?
Ach, ich füg mich schon ins Einsam-leben.
Aber einem Kinde möcht ich gerne
meiner Mutter Güte wiedergeben …
Grau verbleicht das Goldphantom der Ferne!
Wenn ich in der Ofenecke raste,
dunkles Brot in laue Milch mir tunke,
fürcht ich: Man errät von diesem Gaste,
dass er Neid hinabspült mit dem Trunke.
